Medizinisches Wiki

Spekturm

Symptome, die auf eine neurologische Krankheit hinweisen können sind unter anderem Schwindel, Kopfschmerzen, Taubheitsgefühle, Kribbeln, Zittern, Gang- oder Bewegungsstörungen, Lähmungserscheinungen, Schlafstörungen, Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen, Seh- oder Hörstörungen einschließlich Tinnitus, Erschöpfung aber auch unterschiedlichste Schmerzen.

Im Rahmen der fachneurologischen Untersuchungen wird gezielt nach Erkrankungen wie Durchblutungsstörungen und Entzündungen des Nervensystems, Schlaganfällen, degenerativen Erkrankungen, Bandscheibenvorfällen, Nervenkompressionssyndromen, Migräne und anderen spezifischen Kopfschmerzarten, Multiple Sklerose, Epilepsie, Parkinsonkrankheit und vielem Anderem gesucht.

Um die verschiedenen Krankheitsbilder voneinander abzugrenzen, sind oftmals mehrere technische Zusatzuntersuchungen notwendig, deren Ergebnisse dann in die Differentialerwägungen einfließen.

Auch ehemals als eher schicksalhaft angesehene Erkrankungen wie Multiple Sklerose, Alzheimerkrankheit, die Parkinsonerkrankung oder Schlaganfälle lassen sich dank der Fortschritte in der Neuromedizin heute oftmals erfolgreich behandeln, sodass eine möglichst frühe und exakte diagnostische Zuordnung unerlässlich ist.

Aber auch die neuen Erkenntnisse beispielsweise im Bereich der Migräne- oder Epilepsiebehandlung erlauben heutzutage in der Regel eine zuverlässige Attacken- bzw. Anfallskontrolle.

Diagnostik

Klinisch neurologische Untersuchung

Die neurologische Untersuchung ist neben der Erhebung der Krankengeschichte die wichtigste Untersuchung in der Neurologie. Die Wahrscheinlichkeit an einer bestimmten Erkrankung zu leiden, kann festgestellt werden.

CWD – Continuous Wave Doppler

Bei der Dopplersonographie werden Schallwellen im Ultraschallbereich von einer Sonde kontinuierlich ausgesendet (continuous wave = cw), von den sich bewegenden Blutbestandteilen reflektiert und von der Sonde wieder empfangen.

Durch die Bewegung der Blutteilchen resultiert eine Frequenzverschiebung zwischen ausgesandtem und empfangenem Schall, die zu Geschwindigkeit und Strömungsrichtung proportional ist.

So können Aussagen über die Blutströmung an verschiedenen Stellen des Gefäßsystems gemacht werden. Eine Weiterentwicklung sendet und empfängt nicht kontinuierlich sondern in Pulswellen.

Dadurch ist es möglich, Schallwellen nur aus einer bestimmten Entfernugn zur Sonde zu registrieren und so einzelne Gefäße besser voneinander zu differenzieren.

EEG – Elektro- Encephalo- Gramm

Das EEG ist eine Methode zur Messung der elektrischen Gehirnströme. Mit einem EEG können krankhafte Veränderungen der elektrischen Hirnaktivität erfasst werden.

EMG – Elektromyographie

Bei der Durchführung eines EMGs wird die elektrische Aktivität im ruhenden Muskel (Spontan-Aktivität) und bei unterschiedlich stark willkürlich kontrahiertem Muskel (Muskel-Aktionspotentiale) gemessen.

In der medizinischen Elektrodiagnostik lassen sich durch das EMG Aussagen über Krankheiten der Nerven- und Muskelzellen machen.

In der Biomechanik werden die Zusammenhänge zwischen den Frequenzen oder den Amplituden der registrierten elektrischen Signale und der Kraft eines Muskels untersucht, um etwa die Bewegungen von Sportlern zu optimieren.

Die Aufzeichnung von Nerven-Aktionspotentialen wird als Elektroneurographie (ENG) bezeichnet. Sie wird meist unter dem Oberbegriff Elektromyographie subsumiert

NLG – Nervenleitgescwindigkeit

Die Messung der Nervenleitgeschwindigkeiten ist eine neurophysiologische Standarduntersuchung der Neurologie. Hierbei wird aber nicht die Nervenleitgeschwindigkeit einer einzelnen Nervenfaser gemessen, sondern die Summe der Antworten aller Fasern eines Nerven.

Definitionsgemäß wird dabei die schnellste erkennbare Antwort zur Bestimmung der Geschwindigkeit benutzt.

In Wirklichkeit leiten die Fasern eines Nerven unterschiedlich schnell, was bei entsprechender Analyse weitere diagnostische Informationen geben kann.

Die Messung erfolgt mittels elektrischer Impulseinleitung/Auslesung, gemessen entlang eines Nerves. Eine häufige Indikation zur Messung der Nervenleitgeschwindigkeiten ist der Verdacht auf eine Polyneuropathie.

Bei dieser Erkrankung kommt es zu einer Störung der Isolation des Nerven (Myelin) und/oder des Nervenfortsatzes (Axons). Als Folge der Schädigung ist eine geminderte Nervenleitgeschwindigkeit messbar.

Beim Karpaltunnel-Syndrom schädigt der lokale Druck am Handgelenk die Isolation des Medianusnerven, so dass die distale motorische Latenz deutlich verlängert ist.

SEP- Somatisch evozierte Potentiale

Somatisch evozierte Potentiale, auch SSEP – Somatosensibel evozierte Potentiale ermöglichen eine Beurteilung der zentralen somatosensiblen Leitungsbahn und peripherer, sensibler Nerven.

Über eine Stimulationselektrode in der Nähe eines sensiblen Nerven werden wiederholte elektrische Reize gesetzt. Die Messelektroden werden an der Kopfhaut angebracht.

Weitere Messelektroden können entlang dem peripheren Nerven und über den Reiz verarbeitenden Zentren des Rückenmarks und Gehirns angebracht werden und messen deren elektrische Reaktion sowie die Laufzeit des Signals.

Durch Vergleich der Laufzeiten und der Entfernungen kann dann bestimmt werden, in welchem Abschnitt eine etwaige Verzögerung des Signals aufgetreten ist (Etagendiagnostik).

Typische Reizorte sind der Nervus tibialis am Bein oder der Nervus medianus an der Hand, aber auch der Gesichtsnerv. Die Methode ist auch für Träger von Herzschrittmachern geeignet.

VEP – Visuell evoziertes Potential

Visuell evozierte Potentiale ermöglichen eine Beurteilung des Sehnerven und der Sehbahn vor allem in der Verlaufsdiagnostik der Optikusneuritis bei Multipler Sklerose.

Bei der Untersuchung betrachtet der Patient ein Schachbrettmuster, das in Sekundenabständen seine Farben umdreht (schwarz wird zu weiß und umgekehrt).

Es können beide Augen gleichzeitig oder auch einzeln stimuliert werden. Die dadurch ausgelösten elektrischen Potentiale in der Sehrinde (okzipitaler Kortex) werden aufgezeichnet.

Erkrankung und Therapie

Angststörungen

Angst ist ein grundlegendes und normales Gefühl, genau wie Wut, Freude oder Traurigkeit. Angst äußert sich in Gedanken, in körperlichen Beschwerden und in speziellen Verhaltensweisen.

Angst ist eine notwendige Reaktion des Menschen vor Gefahren, sie dient der Bewältigung äußerer und innerer Bedrohungen. Angst schützt durch angemessene

Reaktion Flucht vor den Folgen von Gefahren. Erst eine überstarke Angst schränkt das Denken und Handeln ein, die Konzentration verringert sich, man neigt zu unüberlegten und panischen Kurzschlussreaktionen.

Demenz

Die Demenz ist gekennzeichnet durch eine Verschlechterung der Gedächtnisleistung, des Denkvermögens, der Sprache und des praktischen Geschicks. Im Verlauf können die Betroffenen alltägliche Aufgaben nicht mehr ausführen.

Depression

Im alltäglichen Sprachgebrauch werden die Worte depressiv oder Depression häufig als Synonym für traurige, melancholische oder lustlose Verstimmungen gebraucht. Im medizinischen Sinn versteht man unter Depression eine sehr ernsthafte und durch eine bestehende Selbstmordgefährdung oftmals lebensgefährliche Erkrankung. Betroffene brauchen in jedem Fall Hilfe.

Epilepsie

Ein epileptischer Anfall kommt durch eine kurze andauernde vermehrte Entladung von Nervenzellen zustande. Beim Gesunden ist die Tätigkeit der Milliarden von Nervenzellen des Gehirns durch elektrische und chemische Signale genau aufeinander abgestimmt. Beim Epilepsiekranken ist dieses Gleichgewicht zeitweilig gestört.

Karpaltunnelsyndrom (KTS)

Das KTS ist ein Nervenkompressionssyndrom. Ursache ist eine krankhafte Einengung des Nervus medianes im Bereich des Handgelenks.

Kopfschmerz – Migräne

Kopfschmerzen gehören zu den häufigsten gesundheitlichen Beeinträchtigungen.

Etwa 4-5 % der deutschen Bevölkerung leidet unter täglichen und ca. 70 % leiden unter anfallsartigen oder gelegentlich auftretenden Kopfschmerzen. Die heutige Medizin kennt mehr als 160 verschiedene Arten von Kopfschmerzen.

Multiple Sklerose (MS)

Die Multiple Sklerose ist eine entzündliche Erkrankung des Nervensystems, deren genaue Ursache noch ungeklärt ist.

Parkinson

Bei der Erkrankung ist das Gleichgewicht wichtiger Botenstoffe im Gehirn gestört.

Die Parkinson Krankheit ist eine langsam fortschreitende neurologische Erkrankung. Sie betrifft bestimmte Gebiete des Gehirns die Basalganglien, die an der Kontrolle der willkürlichen und unwillkürlichen Bewegung beteiligt sind.

Polyneuropathie

Eine Polyneuropathie ist eine Erkrankung der peripheren Nerven, bei der motorische, sensible oder vegetative Nervenfasern betroffen sein können.

Psychose

Erste Anzeichen der Erkrankung treten meist lange vor dem Auftreten einer Psychose auf. Es zeigen kann sich niedergeschlagene Stimmung, Kraftlosigkeit, aber auch erhöhte Ablenkbarkeit und Konzentrationsstörungen äußern. Häufig werden diese Beschwerden noch nicht im Rahmen einer Psychose gesehen, sondern als Pubertätskrise, Depression oder Konfliktreaktion gedeutet.

Schlaganfall

Bei einem Schlaganfall wird die Sauerstoffzufuhr zu den Nervenzellen durch ein verstopftes oder ein geplatztes Blutgefäß im Gehirn unterbrochen.

Zwangserkrankung

Die Erkrankung zeichnet sich durch Zwangsgedanken und – oder Zwangshandlungen aus.

Zwangsgedanken sind Ideen, Vorstellungen oder Impulse, die sich dauernd wiederholen. Die Gedanken werden durch den Betroffenen als quälend empfunden und können allein durch Willensanstrengung nicht beeinflusst werden.